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Nikon 1 AW1 – Wasserdichte Systemkamera

Hätte man den Gerüchten der letzten Wochen Glauben geschenkt, so hätte Nikon sein Systemkamera-System Nikon 1 (One) sterben lassen. Da sei die Luft raus und Nikon würde die One nicht weiterentwickeln war zu hören. Aber wie das mit Gerüchten nun mal ist: Nicht immer ist was Wahres dran. Und so beweist Nikon eindrucksvoll, dass am Niedergang der One absolut nichts dran ist. Der japanische Kamerahersteller präsentiert mit der AW1 die weltweit erste Systemkamera, die bis 15 Meter Tauchtiefe genutzt werden kann, bis zu einer Fallhöhe von zwei Metern stoßfest ist und gegen Staub geschützt ist. Als einer der ersten Foto-Journalisten habe ich die Nikon 1 AW1 für einen ausführlichen Test bekommen.

Schon beim Auspacken der AW1 fällt mir die extrem solide Verarbeitung der Kamera auf. Klar, sie muss ja auch einiges wegstecken. Das Bajonett an der Kamera ist nicht, wie üblich, mit einem einfachen Deckel geschützt, sondern einem soliden, der bereits auf den umfangreichen Schutz hinweist. Batterie und Speicherkarte wird wie üblich an der Unterseite der Kamera eingelegt. Das Batteriefach ist mit zwei Verschlüssen gegen versehentliches Öffnen gut gesichert. Das gilt auch für den Verschluss des kleinen Fachs auf der linken Kameraseite unter dem sich der HDMI- und USB-Anschluss verbergen.

Das mitgelieferte Zoom-Objektiv hat eine Brennweite von 11 bis 27,5 Millimeter Brennweite. Bei einer Sensorgröße von 13,2 x 8,8 Millimeter und dem sich daraus ergebenden Brennweitenverlängerungsfaktor von 2,7fach entspricht das einer Kleinbildbrennweite von 30 bis 75 Millimeter. Apropos Sensor: In der AW1 sorgen 14,2 Millionen Bildpunkte für die Aufzeichnung der Fotos.

Um den Bajonettring der Kamera ist ein weiterer Ring mit einer Gummidichtung. Das Objektiv muss beim Ansetzen an die Kamera mit ein wenig Druck aufs Bajonett geschoben werden und mit einem Dreh entgegen des Uhrzeigersinns wird es fixiert. Hierbei ist sowohl ein wenig Geschick, als auch Kraft erforderlich. Durch die Gummidichtung muss ich schon etwas kräftiger drehen, bis das Objektiv einschnappt. 

Wichtig: Beim Ansetzen des Objektivs muss jedesmal ganz genau kontrolliert werden, ob die Gummidichtung beschädigt oder verschmutzt ist. Es darf kein Dreck am Gummiring sein. Mit einem weichen leicht angefeuchteten Tuch sollte der Ring gegebenenfalls gereinigt werden. So wie der Gummiring kontrolliert werden muss, muss das Objektiv ebenfalls kontrolliert werden. Auch hier darf sich keinerlei Dreck befinden. Nur wenn du peinlich genau auf Sauberkeit achtest, ist sichergestellt, dass die Kamera auch tatsächlich dicht ist.

Die AW1 liegt gut in der Hand. Ein kleiner Griffsteg an der Vorderseite gibt ein wenig Halt. Ich hätte mir allerdings einen etwas stärker ausgeprägten Griff gewünscht, so dass sie noch etwas besser in meinen großen Händen liegt. Für den Überwassereinsatz kann der übliche Tragegurt an die Kamera angebracht werden. Soll sie unter Wasser genutzt werden, kannst du an der rechten Seite der Kamera eine Schlaufe anbringen. Außerdem gibt es noch eine wasserdichte Tasche sowie eine Silikonummantelung für Kamera und Objektiv. Die gibt's in drei Farben: Orange, Khaki und Schwarz.

Die Kamera wird mit einem großen Knopf auf der Oberseite eingeschaltet. Der ist so groß, dass er auch mit Handschuhen gedrückt werden kann. Das gilt sowohl für Tauchhandschuhe, als auch normale Winterhandschuhe. Denn die Kamera hat noch einen weiteren Outdoor-Pluspunkt: Sie ist bis -10 Grad Celsius kältefest. Auf dem Bildschirm werden zunächst die wichtigsten Aufnahmedaten angezeigt. Der Monitor ist fest in die Kamera eingebaut, hat eine Diagonale von 7,5 Zentimetern und eine Auflösung von 921.000 Bildpunkten. Damit liegt de Bildschirm auf dem Niveau ähnlicher Kompaktkameras. Das Bild wird klar und deutlich angezeigt und die Schrift und Symbol der Menüs sind gut lesbar.

Neben dem Einschalter gibt es auf der Oberseite der Kamera noch den Auslöser und den Videoknopf, mit dem eine Filmaufnahme gestartet wird. Einen Programmwahlknopf gibt es weder auf der Kameraoberseite noch auf der Rückseite. Die einzelnen Programme werden im Menü gewählt. Wie das geht und die übrige Bedienung von der Hand geht – später mehr. Auf der Kamerarückseite befinden sich eine Wipp-Taste zum Einstellen von Blende, Belichtungzeit oder Belichtungskorrektur. Außerdem die MENU-Taste zum Aufruf des Menüs, die Wiedergabe-Taste, die DISP-Taste zum Umschalten der einzelnen Bildschirmansichten, die Löschtaste (Mülleimer) sowie ein Vierwege-Schalter mit OK-Taste im Zentrum. Zusätzlich gibt es noch eine Taste, mit der die Kamera unter Wasser lediglich durch kippen gesteuert werden kann. Allerdings bezieht sich das nur auf das Umschalten der Belichtungsprogramme. Noch ein Wort zur DISP-Taste: Hiermit lassen sich eine elektronische 2D-Wasserwaage sowie ein Kompass einblenden. 

Ebenfalls mit an Bord der AW1 ein eingebauter Blitz und ein GPS-Modul. Was allerdings fehlt ist die Möglichkeit einen externen Blitz anzuschließen. Für Unterwasseraufnahmen bleibt dann nur die Wahl ein Dauerlicht zu nehmen. Erst im Frühjahr wird es für die AW! den Unterwasserblitz SB-N10 geben. Er wird dann wohl über den eingebauten Blitz der Nikon angesteuert. Nähere Informationen folgen noch.

 

 

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